Sommerzeit – Gartenzeit

Sommerzeit ist Gartenzeit – zumindest für viele von uns.
Im Garten sitzen und die Seele baumeln lassen – das ist nur die eine Seite. Damit der Garten seelenbaumelgeeignet ist, will er erst mal „im Schweiße meines Angesichts“ bearbeitet werden.
Aber auch die Arbeit im Garten ist Arbeit an der Seele. Das kann ich jedes Jahr wieder im eigenen Garten beobachten.
Denn wer mit dem Spaten umgegraben, Kompost eingearbeitet, Furchen gezogen und Samen oder Pflänzchen ausgebracht hat, der weiß, dass die Erbsen nicht immer aus der Dose und die Möhren meist nicht normgerecht aus der Erde kommen.
Gartenarbeit bringt mich in sehr intensiven körperlichen Kontakt mit meinem Essen – viel mehr als das Kochen und das Essen selbst. Gartenarbeit bringt mich auch in Kontakt mit den Landwirten und Kleinbauern, die all die Nahrung herstellen, die nicht im meinem Garten wächst: Der Milchbauer in Oberbayern und die Kaffeeproduzentin in Kolumbien.
Nach einem Abend im eigenen Garten habe ich eine blasse Vorstellung davon, was es bedeutet, sich das ganze Jahr um das Wachstum von Lebensmitteln zu kümmern – und das ganze Leben davon abhängig zu machen.
Gartenarbeit bringt mich auch in Kontakt mit meinem Schöpfer: Denn Gott hat nicht nur mich geschaffen, mit meinen Möglichkeiten und Grenzen, die mir der Garten aufzeigt, sondern auch den Garten und die gesamte Natur. Gott selbst ist ein Gärtner, der alles bestellt und beackert und wachsen lässt – und mich zu einer kleinen Mitarbeit in seinem Garten einlädt.
Gartenarbeit ist keine Seelenbaumelei – aber es ist auch Umgraben, Düngen und Säen in der eigenen Seele. Und das tut so gut wie das Füßehochlegen nach Feierabend.

http://www.pg-goldbach.de/spirituelles

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