Kreuzweg des Guten Lebens

Nicht ganz jahreszeitgemäß, aber die Fastenzeit 2018 kommt so sicher wie das Christkind 🙂

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Bei Misereor ist jetzt der „Kreuzweg des Guten Lebens“ erschienen, den Ursula und ich gemeinsam erarbeitet haben.  An den 14 Stationen geht es nicht nur darum, in welcher Weise in der Gegenwart dieses Gute Leben bedrängt und zerstört wird, sondern auch um eine Vision davon, wie es aussehen könnte, wie wir es uns wünschen würden.

Der Kreuzweg kann als pdf hier heruntergeladen werden.

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Lebendig und lebensnah

Lebendig und lebensnah:

Warum interkulturelle Partnerschaften ein Gewinn sind

Unter diesem Titel habe ich gestern das Impulsreferat beim Partnerschaftstag zum 5. Jahrestag der Gründung der Diözesanpartnerschaft mit der brasilianischen Diözese Obidos gehalten. Der Text kam sehr gut an und ist deswegen auch hier abzurufen.

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Streit! Predigt in der Friedensdekade 2017

Nach 15 Jahren (!) durfte ich heute auch mal wieder predigen – im ökumenischen Gottesdienst in der Friedensdekade in Goldbach. Und das wars:

Liebe Schwestern und Brüder!

„Streit!“ ist das Thema der Friedensdekade. Das überrascht zunächst einmal. Streit ist doch nichts Gutes. Wir sind doch alles friedliche Menschen, wir wollen doch Frieden, keinen Streit!

Der Prophet Jeremia war da vielleicht anderer Meinung. Das war auch ein friedliebender Mensch. Aber in der Lesung, die wir gehört haben, sucht er Streit. Und das nicht zum ersten Mal. Jeremia ist ein Mensch, der den Streit sucht, gerade weil er den Frieden liebt.

In der Lesung nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er spricht von Gewalttätern, von unschuldig vergossenem Blut, von der Misshandlung von Fremden, Witwen und Waisen. Und er kündigt drastische Konsequenzen an: „Zum Trümmerhaufen wird dieser Palast.“

Jeremia sagt das nicht nur vor sich hin: Er bekommt ausdrücklich den Auftrag, in den Palast des Königs zu gehen und spricht ihn auch persönlich und öffentlich an: „Du König von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzt, du, deine Diener und deine Leute!“ Da ist jemand auf Krawall gebürstet, da sucht jemand Streit.

Für den Propheten ist klar: Es gilt Position zu beziehen, den Mund aufzumachen, Partei zu ergreifen. Auf welche Seite er sich stellt, ist für Jeremia auch klar: auf die Seite der Opfer, der Schwächeren und derjenigen, die sprachlos gemacht wurden. Jeremia sucht Streit um der Menschen willen, die unter Ungerechtigkeit und Unfrieden leiden müssen.

Auch wir leben in einer Zeit, in der wir oft merken, dass wir nicht schweigen dürfen, dass wir den Mund aufmachen und Kritik üben müssen, ja, manchmal vielleicht auch Streit suchen müssen.

– Wenn es um die Verstrickung Deutschlands in Kriege und Gewalt auf der Welt geht, durch Rüstungsexport und Drohnenmorde.

– Wenn es um das Recht von Flüchtlingen und Migranten geht, in Sicherheit zu kommen und hier auch bleiben zu dürfen.

– Wenn es um die Ausplünderung der Rohstoffe und der Menschen in den Ländern des Südens durch ungerechte Handelsbeziehungen geht.

Aber auch für viele Dinge müssen wir streiten, nicht nur dagegen: für die Menschenrechte, für mehr Mitbeteiligung, für eine zivile Konfliktbearbeitung, für eine tiefere Verständigung zwischen Religionen und Kulturen.

Kriege und Klimawandel führen uns in der Gegenwart außerdem drastisch vor, was uns bevorsteht, wenn wir uns nicht für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Dagegen ist die Drohbotschaft des Jeremia noch harmlos: Nicht nur der Palast, sondern die ganze Welt droht zu einem Trümmerhaufen zu werden.

Und dann hören wir von Jesus im Evangelium: „Bei euch soll es nicht so sein.“ Damit meint Jesus aber nicht, dass wir allen Streit vermeiden sollen. Sondern es geht um das Wie und auch um das Wofür des Streitens.

Johannes und Jakobus, die Zebedäussöhne, die hier offenbar ihre Mutter vorschieben, damit sie ihnen die besten Plätze sichert, suchen keine irdische Macht und Herrschaft. Aber auch sie wollen auf Thronen sitzen, genauso wie der König, zu dem Jeremia geschickt wird. Sie wollen Macht im Reich Gottes.

Da sagt Jesus: Nein. Darum geht es doch gar nicht. Das ist für Jesus genau dieselbe falsche Einstellung, mit der die Könige in Ungerechtigkeit herrschen. Stattdessen: „Wer bei Euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“

Das gilt auch für den Streit. Es geht beim Streit nicht darum, die besten Plätze für sich zu bekommen oder sie anderen streitig zu machen, sondern um Gerechtigkeit für die Ausgeplünderten. Die stehen im Mittelpunkt.

Es geht beim Streit aber auch immer um den Gegner: Der soll ja nicht beseitigt, sondern überzeugt werden. Dem will ich ja helfen, den Weg zu verlassen, den ich für falsch halte. Und dazu hilft es nicht, wenn ich ihn beschimpfe, bedrohe oder beleidige. Auch im Streit gilt: „wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“. Wer meint Recht zu haben, muss das nicht mit Gewalt, Drohung und Beleidigung durchsetzen.

Der Frieden muss schon im Streiten sichtbar werden. Nicht nur durch eine friedliche Streitkultur, in der die Verständigung gesucht wird. Sondern auch als Perspektive, als gemeinsame Hoffnung, als Verheißung für eine gerechte und friedliche Zukunft.

Wenn wir friedlich streiten, fängt das Reich Gottes jetzt schon an – und dann ist es nicht mehr wichtig, wer in diesem Reich auf Thronen sitzen darf.

 

Predigttexte:

Lesung: Jer 22, 1-5 (rk)

1 So hat der Herr gesprochen: Geh hinab in den Palast des Königs von Juda und rede dort folgende Worte!
2 Du sollst sagen: König von Juda, der du auf dem Thron Davids sitzt, höre das Wort des Herrn, du selbst, deine Diener und deine Leute, die durch diese Tore kommen.
3 So spricht der Herr: Sorgt für Recht und Gerechtigkeit und rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters! Fremde, Waisen und Witwen bedrängt und misshandelt nicht; vergießt kein unschuldiges Blut an diesem Ort!
4 Wenn ihr wirklich dieses Wort erfüllt, dann werden durch die Tore dieses Palastes Könige einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen; mit Wagen und Rossen werden sie fahren, sie selbst, ihre Beamten und ihre Leute.
5 Hört ihr aber nicht auf diese Worte, so schwöre ich bei mir selbst Spruch des Herrn: Zum Trümmerhaufen wird dieser Palast.

Evangelium: Mt 20,20-28

20 Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
21 Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. 22 Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. 23 Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. 24 Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. 25 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. 26 Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 27 und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 28 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Und wieder ein neuer Rundbrief Befreiungstheologie!

rbJetzt schon Nr. 33 – wieder proppenvoll mit vielen neuen Nachrichten und Entwicklungen. Hier kann er gelesen und heruntergeladen werden.

Und was gibt es diesmal?

  • Kurznachrichten
  • Bericht über ein Intergenerationales Treffen der BefreiungstheologInnen
  • Biblische Zeitschrift RIBLA
  • Auferstehungstuch aus Lateinamerika
  • Erwin-Kräutler-Preis 2017
  • Sommerschule 2017
  • Vorschau auf einen neuen Workshop 2018
  • Master in Lateinamerikanischer Theologie
  • Voranzeige: Entwicklung findet Stadt, 2018
  • Aviso: Lehrgang Soziale Verantwortung, 2018
  • Rezensionen
  • Publikationen
  • Veranstaltungen

Erwin-Kräutler-Preis 2017 an Sebastian Pittl und Stefan Silber

Presseinformation der Universität Salzburg

v.r.n.l.: Prof. Franz Gmainer-Pranzl, Prof. Christian Tauchner SVD, Prof. Michelle Becka, Bischof Erwin Kräutler, Prof. Margit Eckholt, Dr. Sebastian Pittl, Dr. Stefan Silber, Landesrätin Martina Berthold, Pfr.in Maria K. Moser, Prof. Heinrich Schmidinger

Preisverleihung mit Bischof Kräutler in der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg. Foto: Andreas Kolarik, 02.10.17

Foto, v.r.n.l.: Prof. Franz Gmainer-Pranzl, Prof. Christian Tauchner SVD, Prof. Michelle Becka, Bischof Erwin Kräutler, Prof. Margit Eckholt, Dr. Sebastian Pittl, Dr. Stefan Silber, Landesrätin Martina Berthold, Pfr.in Dr. Maria K. Moser (Laudatorin), Dekan Prof. Heinrich Schmidinger

Weitere Fotos auch hier.

Lesenswert auch: Franz Gmainer-Pranzl: Befreiung von Sachzwängen – Aufgabe der Theologie, in: http://www.feinschwarz.net/befreiung-von-sachzwaengen-aufgabe-der-theologie/

Gestern Abend, den 3. Oktober 2017, vergab das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen der Universität Salzburg zum vierten Mal den Erwin Kräutler-Preis. Er ging heuer an die Theologen Sebastian Pittl (IWM St. Georgen) und Stefan Silber (Universität Osnabrück). Der nach dem aus Österreich stammenden römisch-katholischen Ordensgeistlichen, langjährigen Bischof von Xingu/Brasilien und alternativen Nobelpreisträger benannte Preis honoriert wissenschaftliche Arbeiten in den Themenbereichen, die mit dem Engagement von Bischof Kräutler verbunden sind.

Erwin Kräutler war erstmals bei der Preisverleihung des nach ihm benannten Preises anwesend. In seinen Grußworten sprach er über sein Leben mit den bedrohten Ureinwohnern in der Provinz Xingu in Brasilien und über die Bedeutung der Kirche im Kampf gegen Armut. Das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen vergibt den „Erwin Kräutler-Preis für kontextuelle Theologie und interreligiösen Dialog“ seit 2011 alle zwei Jahre. Er ist mit 3000 Euro dotiert.

Mit Salzburg ist Erwin Kräutler (geb. 1939 in Koblach, Vorarlberg) vielfach verbunden. Hier studierte er Theologie und Philosophie, im Salzburger Dom wurde er 1965 zum Priester geweiht. Im Jahr 2009 erhielt er für sein beispielhaftes pastorales und soziales Wirken die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg, ein Jahr bevor er für seinen Einsatz für die Menschenrechte der Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Kräutler gehört zu jenen Bischöfen Südamerikas, die die „Option für die Armen“ vertreten. Weder eine Festnahme durch die Militärpolizei, bei der er zusammengeschlagen wurde, noch ein Mordanschlag, bei dem Kräutler durch einen Autounfall schwer verletzt wurde (1987), noch mehrfache Morddrohungen aufgrund seines Widerstands gegen das Staudammprojekt Belo Monte und seiner Anklagen einflussreicher Personen im Zusammenhang von sexuellem Missbrauch bzw. Prostitution von Kindern und Jugendlichen konnten ihn von seiner gelebten Option für die Armen abhalten. Die Option für die Armen steht im Mittelpunkt der Befreiungstheologie.

Die Preisträger

Dr. Sebastian Pittl wurde 1984 in Melk/Niederösterreich geboren. Er studierte Psychologie, Philosophie und Theologie in Wien und Madrid. 2016 promovierte er an der Universität Wien mit einer Arbeit über die Geschichtstheologie des salvadorianischen Theologen und Philosophen Ignacio Ellacuria. Seit 2015 ist Sebastian Pittl für den Forschungsbereich Interkulturelle Theologie am Institut für Weltkirche und Mission an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen (Frankfurt) verantwortlich.

„Sebastian Pittl hat durch seine systematisch-theologische Dissertation das Denken eines der markantesten und intellektuell profiliertesten Denkers der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, des 1989 von rechtsgerichteten Todesschwadronen ermordeten Philosophen Ignacio Ellacuría SJ, profund analysiert und auf seine gegenwärtige Relevanz hin durchleuchtet“, sagt Professor Franz Gmainer-Pranzl, Leiter des Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religion an der Universität Salzburg. Gmainer-Pranzl ist einer der Initiatoren des Erwin-Kräutler-Preises und Mitglied der Jury, die den Preis vergibt.

PD Dr. Stefan Silber wurde 1966 in Leidersbach bei Aschaffenburg geboren. Er studierte in Würzburg und Cochabamba (Bolivien) katholische Theologie und ist als Privatdozent an der Universität Osnabrück tätig. Einer seiner theologischen Schwerpunkte sind aktuelle Entwicklungen der lateinamerikanischen Befreiungstheologie.

„Stefan Silber hat durch seine Habilitationsarbeit „Pluralität, Fragmente, Zeichen der Zeit. Aktuelle fundamentaltheologische Herausforderungen aus der Perspektive der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung“ (Universität Osnabrück, 2015) einen breiten Überblick über die (Weiter-)Entwicklung der Befreiungstheologie gegeben und dabei auch wichtige Themen der Gegenwart wie zum Beispiel die Urbanisierung behandelt. Außerdem gibt Stefan Silber seit mehreren Jahren den „Befreiungstheologischen Rundbrief“ heraus, mit dem er alle an Befreiungstheologie Interessierten vernetzt und informiert.“ So Franz Gmainer-Pranzl zur Vergabe des Erwin-Kräutler-Preises an Stefan Silber.

Der Erwin Kräutler Preis für kontextuelle Theologie und interreligiösen Dialog möchte junge WissenschaftlerInnen fördern, die sich mit jenen Themen auseinandersetzen, für die sich Erwin Kräutler engagiert wie zum Beispiel Befreiungstheologie, Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung.

Die Vergabe dieses Preises, die erstmals im Jahr 2011 erfolgte, ist eine Folge der Vergabe des Ehrendoktorats der Universität Salzburg an Bischof Erwin Kräutler am 7.10.2009. Seine Verbindung von christlicher Glaubenshaltung und gesellschaftlichem Engagement, von Mystik und Politik ist ein Kennzeichen der Befreiungstheologie, die – so Gmainer-Pranzl – am Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen eine wichtige Rolle spielt. Ende September 2017 erscheint der Band „Theologie der Befreiung heute“ (hrsg. von Franz Gmainer-Pranzl, Sandra Lassak und Birgit Weiler, der ersten Preisträgerin).

http://www.uni-salzburg.at/ztkr/erwin-kraeutler-preis

Kontakt

Univ.-Prof. DDr. Franz Gmainer-Pranzl, Leiter des Zentrums
Theologie Interkulturell und Studium der Religionen,

Fachbereich Systematische Theologie, Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg,

Tel.: +43 (0)662/8044-2759, franz.gmainer-pranzl@sbg.ac.at
http://www.uni-salzburg.at/ztkr/franz.gmainer-pranzl

Belegexemplare sind da!

Heute sind endlich die ersten Exemplare meines neuen Buches angekommen:
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Ich freue mich sehr, dass meine Habilitationsschrift nun endlich gedruckt vorliegt und sicher auch bald in den Buchhandlungen zu erhalten ist!

 

Temer, Evo y el Papa

„Temer, Evo y el Papa“ – mi primera columna en un periódico boliviano apareció hoy en la Opinión:

El gobierno neoliberal de Michel Temer en Brasil extinguió la Reserva Nacional del Cobre y Asociados (Renca), un área protegida de 47 mil km2 en la Amazonía, para dar acceso libre a la explotación minera, decisión declarada ilegal por un juez, pocos días después.

Temer lanzó este decreto poco tiempo después de que, en la vecina Bolivia, el Gobierno supuestamente indigenista de Evo Morales eliminó la intangibilidad del TIPNIS para poder construir una controvertida carretera. Ambas decisiones –la brasileña y la boliviana– encontraron un eco de protestas de ambientalistas en todo el mundo.

Estos sucesos ocurrieron mientras me encontraba nuevamente en Bolivia, al cabo de tres años, para visitar a los amigos y compadres en Cochabamba y Potosí, y discutía con ellos –entre otras cosas– sobre las transformaciones sociales, políticas y culturales del país.

Encontré una gran variedad de respuestas y opiniones, pero me sigo preguntando: pese a que el Vicepresidente boliviano haya afirmado que la nueva ley del TIPNIS no significará carta blanca para la minería dentro del territorio indígena: ¿quién puede creer que una carretera no atraerá la codicia minera, con todas las consecuencias ecológicas nefastas que se pueden observar en el departamento de Potosí, al cabo de cinco siglos de extractivismo inclemente?

El Papa Francisco y el Patriarca Ecuménico Bartolomé, en un mensaje conjunto para este 1º de septiembre, llaman “a quienes ocupan puestos de responsabilidad política, para que escuchen el grito de la tierra”. Como estos textos se preparan con mucha anticipación, este llamado no es una respuesta específica a los errores ecológicos y sociales de los gobiernos de Brasil y Bolivia. Pero el gobierno de Evo, que al parecer tiene mayor cercanía al Papa que toda la Conferencia Episcopal Boliviana, debería quizás prestar más atención a esta seria advertencia.

En su carta sobre el cuidado de la “Casa Común”, el Papa dice: los pueblos indígenas “no son una simple minoría entre otras, sino que deben convertirse en los principales interlocutores, sobre todo a la hora de avanzar en grandes proyectos que afecten a sus espacios”. Es extraño que se necesite recurrir al Papa en Roma para recordarle al Gobierno boliviano sus raíces indigenistas.

Sommerzeit – Gartenzeit

Sommerzeit ist Gartenzeit – zumindest für viele von uns.
Im Garten sitzen und die Seele baumeln lassen – das ist nur die eine Seite. Damit der Garten seelenbaumelgeeignet ist, will er erst mal „im Schweiße meines Angesichts“ bearbeitet werden.
Aber auch die Arbeit im Garten ist Arbeit an der Seele. Das kann ich jedes Jahr wieder im eigenen Garten beobachten.
Denn wer mit dem Spaten umgegraben, Kompost eingearbeitet, Furchen gezogen und Samen oder Pflänzchen ausgebracht hat, der weiß, dass die Erbsen nicht immer aus der Dose und die Möhren meist nicht normgerecht aus der Erde kommen.
Gartenarbeit bringt mich in sehr intensiven körperlichen Kontakt mit meinem Essen – viel mehr als das Kochen und das Essen selbst. Gartenarbeit bringt mich auch in Kontakt mit den Landwirten und Kleinbauern, die all die Nahrung herstellen, die nicht im meinem Garten wächst: Der Milchbauer in Oberbayern und die Kaffeeproduzentin in Kolumbien.
Nach einem Abend im eigenen Garten habe ich eine blasse Vorstellung davon, was es bedeutet, sich das ganze Jahr um das Wachstum von Lebensmitteln zu kümmern – und das ganze Leben davon abhängig zu machen.
Gartenarbeit bringt mich auch in Kontakt mit meinem Schöpfer: Denn Gott hat nicht nur mich geschaffen, mit meinen Möglichkeiten und Grenzen, die mir der Garten aufzeigt, sondern auch den Garten und die gesamte Natur. Gott selbst ist ein Gärtner, der alles bestellt und beackert und wachsen lässt – und mich zu einer kleinen Mitarbeit in seinem Garten einlädt.
Gartenarbeit ist keine Seelenbaumelei – aber es ist auch Umgraben, Düngen und Säen in der eigenen Seele. Und das tut so gut wie das Füßehochlegen nach Feierabend.

http://www.pg-goldbach.de/spirituelles